Einer-Golddukaten mit Datum 1915 werden auch heute noch von der österreichischen Prägeanstalt als offizielle Nachprägungen hergestellt.
Geschichte der Golddukaten
Dukaten waren Goldmünzen und zugleich auch eine Maßeinheit und wurden früher in den meisten europäischen Ländern, darunter Schweden, Holland, Russland und Österreich, verwendet.
Laut des Oxford Englisch-Wörterbuchs war der allererste Dukat eine Silbermünze, die 1140 von Roger II. von Sizilien geprägt wurde. Der erste Golddukat - auch bekannt als "zecchino d'oro" - wurde 1284 vom Dogen von Venedig, John Dandolo, hergestellt.
Diese Goldmünze, die ungefähr 9 Schilling wert ist, zeigt auf der einen Seite ein Bild von St. Markus und dem Dogen, auf der anderen Seite ein Bild von Christus mit der Unterschrift "Sit tibi Christe datus quem tu regis iste ducatus" ("Dir, Christus, sei der Dukat geweiht, den du regierst"), was wohl zur Verbreitung des Namen beigetragen haben wird, da er von nun an für viele Goldmünzen in Europa verwendet wurde.
Eine österreichische Tradition
In Österreich gibt es eine gewisse Tradition, was Gedenkmünzen angeht. Nach dem Tode Franz I. 1765 verordnete seine Witwe Maria Theresia am 21. Juli 1766, dass Goldmünzen mit einem Portrait von Franz I. und dem Datum seines Todes geprägt werden sollten. Für das tatsächliche Prägungsdatum wurden Buchstaben verwendet (A = 1766).
Die Nachprägungen erschienen dann allerdings relativ unregelmäßig. Ausserdem wurden nach dem Tode Maria Theresias von 1780 für eine Zeit lang der weithin bekannte Maria Theresia Taler hergestellt, der ein Portrait von ihr zusammen mit ihrem Todesdatum enthielt.
Design der 1915-Nachprägungen
Auf der Vorderseite der Golddukaten-Nachprägemünzen von 1915 sieht man den lorbeerkranzgeschmückten Kopf von Kaiser Franz Joseph I. mit der Aufschrift "FRANC IOS I D G AUSTRIAE IMPERATOR".
Die Rückseite zeigt einen doppelköpfigen Adler, der die Waffen Österreichs hält und auf jedem seiner Köpfe jeweils eine kaiserliche Krone trägt, mit einer noch größeren Krone darüber, die diese beiden "verbindet". Die Aufschrift lautet "HUNGAR BOHEM GAL LOD ILL REX A A 1915".
Hochkarätiges Gold
Golddukaten wurden mit einem sehr hohen Goldgehalt von 23 3/4 Karat hergestellt, was sie zu den hochkarätigsten Goldmünzen der Welt machten.
Wegen der Übernahme des Designs von mitteralterlichen Goldmünzen ist der Golddukat im Vergleich zu modernen Goldmünzen ziemlich dünn (nur 0,8 mm).
Für Münzsammler gilt ausserdem noch zu beachten, dass die Münzen keinerlei Nominalwert besitzen, also reine Anlagemünzen sind.
Der Wert eines Golddukaten
Die 1-fach Golddukaten mit Prägedatum 1915 haben einen Goldgehalt von 3,44 g, bei einem Gesamtgewicht von 3,49 g. Die berühmten 4-fach Golddukaten, ebenfalls Prägedatum 1915, enthalten ca. 13,77 g Feingold (das Gesamtgewicht beträgt dabei ca. 13,96 g)
Wenn Sie also den ungefähren Wert eines 4-fach Golddukaten errechnen möchten, dann nehmen Sie den aktuellen Goldpreis, teilen ihn durch 31,1, multiplizieren das ganze mit 13,77 und fügen Sie noch einmal 10 % hinzu. Dann erhalten Sie den ungefähren Preis eines 4-fach Golddukaten, mit dem Sie aktuell rechnen können.