Was ist Feingold?
Zunächst sollte erwähnt werden, dass es praktisch unmöglich ist, absolut reinstes Gold (Feingold) herzustellen. 24 Karat wären dabei vollkommen rein. Vor der elektrolytischen Raffination betrug der
Goldgehalt von hochraffiniertem Gold normalerweise .9995 (99,95 %). In Karat umgerechnet wären das 23,988 Karat. "London Good Delivery" Goldbarren werden ab einem Feingehalt von .995 akzeptiert, was "lediglich" 23,88 Karat entspricht.

Durch die Einführung der elektrolytischen Raffination wurde es kommerziell gewinnbringend, Feingold von .9999 herzustellen, was wiederum 23,9976 Karat entspricht. Die kanadische "Royal Canadian Mint" produziert ebenfalls eine Goldmünze aus .99999 Feingold (23,99976 Karat), welche als die "reinste Goldmünze der Welt" verkauft wird (die Maple Leaf Goldmünze ist auch sehr rein und besteht aus .9999 Feingold, ebenso wie der Wiener Philharmoniker und die Panda Münzen).

Wie Sie sehen, wäre es eigentlich korrekter, den metrischen Feingehalt anzugeben, als Karat zu verwenden, da 24 Karat, wie gesagt, technisch unmöglich sind.

Warum Feingold?

Der ursprüngliche Verwendungszweck von Goldmünzen galt als Transaktionssmittel, daher mussten sie vor allem haltbar sein. Goldmünzen, die ausschliesslich zur Anlage verwendet werden, besitzen diese Anforderung nicht, daher gibt es auch keinen Grund, bei diesen Münzen kein Feingold zu benutzen.

Es sollte erwähnt werden, dass es in der Praxis allgemein äußerst schwierig ist, irgendeine Substanz zu 100% zu raffinieren, daher sollte auch die Bezeichnung "Feingold" nur als eine Annäherung verstanden werden. Richtiger wäre es, den tatsächlichen Feingehalt in Teilen von 1 anzugeben, wie z.B. .9999, .995, .9995, oder eben in Prozent (99,99%, 99,95%, usw.).

Bei Feingold gibt es eventuell den Vorteil, dass durch die fehlende Notwendigkeit einer Legierung mehrere Produktionsphasen überschritten werden und daher "reine" Goldmünzen günstiger hergestellt werden können als mit zusätzlichen Metallen legierte Münzen.

Ausserdem haben viele Menschen auch verschiedene Geschmäcker, und daher ist es sinnvoll, nicht nur Goldmünzen mit einem einzigen Feingehalt anzubieten. Möglich wäre z.B. beim Maple Leaf auch, dass Kanada vor der Einführung der Goldmünze einen anderen Anwendungszweck für sie vorgesehen hatte und darum diese Goldmünzen nicht mit 22 Karat, wie der Krügerrand oder der American Eagle, hergestellt hat.

Unterschiedliche Standards bei 24 Karat Goldmünzen

Die ersten "Feingold" Münzen waren die kanadischen Maple Leafs. Von ihrer Einführung im Jahr 1979 bis einschliesslich 1982 bestanden diese aus 99,9% Feingold. Erst von 1983 an wurden sie mit einer Reinheit von 99,99% hergestellt. Natürlich ist dieser Unterschied nur marginal, aber für manche Menschen ist er entscheidend. Weiterhin gibt es von der kanadischen "Royal Canadian Mint", wie oben bereits erwähnt, eine Goldmünze mit sogar 99,999% Feingehalt (die Canadian $200 Gold Maples).

Dies gebe ich nur deshalb an, damit Sie wissen, dass eben nicht alle 24 Karat Goldmünzen exakt dieselbe Feinheit besitzen. Generell hat der Feingehalt jedoch nichts mit der Qualität des Goldes zu tun, denn alles Gold ist letztendlich Gold, egal ob in einem Krügerrand oder einem Maple Leaf. Es gibt aber nun einmal Menschen, die aus ästhetischen Gründen auf äußerst reines Gold wert legen.

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