Die Beziehung zwischen dem Dollarkurs und dem Goldpreis
Jeder, der den Wechselkurs zwischen Gold und den verschiedenen Währungen näher betrachtet, wird feststellen, dass der Dollarkurs und der Goldpreis normalerweise in entgegengesetzte Richtungen verlaufen. Diese wechselseitige Beziehung zwischen Gold und dem Dollarkurs wird meistens nicht ersichtlich, wenn man die beiden Kurse nur täglich oder wöchentlich verfolgt. Bei Zeitabschnitten von 1 Jahr oder mehr jedoch wird dieses Phänomen überaus deutlich.

Der Grund, warum der Goldpreis und der Dollarkurs für gewöhnlich entgegengesetzt verlaufen, liegt darin, dass Gold in gewisser Weise auch nur eine Währung ist. Es ist zwar kein echtes Geld mehr im klassischen Sinne, wird aber dennoch genau so behandelt.

Aus diesem Grund steigt auch so gut wie immer der Goldpreis an der Börse, wenn der Dollar fällt, und umgekehrt. Es gibt natürlich immer Schwankungen und Verzögerungen, und ein Anstieg auf der einen Seite bedeutet nicht automatisch einen Fall auf der anderen Seite in exakt demselben Maß.

Trotz allem wird bei näherer Betrachtung der Entwicklung des Gold- und des Dollarkurses deutlich, dass die beiden Währungen seit der Entkopplung des Goldes vom Dollar im Jahr 1971 diese Beziehung innehaben.

Wie Sie schon gemerkt haben, habe ich bei der Beziehung darauf geachtet, die Worte "normalerweise" und "gewöhnlich" zu benutzen, weil es natürlich auch Perioden gab, wo dieses wechselseitige Phänomen nicht beobachtet werden konnte. Über die Jahre hinweg gesehen, hat dieser Grundsatz jedoch volle Gültigkeit.

Das folgende Diagramm soll dies verdeutlichen:

Wie Sie sehen können, stiegen beide Kurse Anfang 2009 gleichmäßig an, was eigentlich ziemlich selten vorkommt. Als jedoch deutlich wurde, dass die US-Regierung vorhatte, noch mehr Dollars zu drucken, fiel der Dollarkurs wieder stark herab, während der Goldpreis stark anstieg, und das besagte Phänomen setzt sich seitdem fort.

Genauso wie im Jahr 2009 gab es in der Vergangenheit auch andere Zeiten, wo diese entgegengesetzte Entwicklung beider Kurse nicht stattfand. Z.B. in den Jahren 1978-1980, als der Goldpreis in die Höhe schoss und der Dollarkurs gleich mit, sodass beide Währungen ebenbürtig waren. In diesem Fall lag der Grund in der Angst der Menschen, dass das gesamte Geldsystem der Welt zusammenbrechen könnte, und daher versuchten sie, auf Brechen alle Geldwährungen loszuwerden, nicht nur den Dollar.

Der Grund für die entgegengesetzte Beziehung zwischen dem Dollarkurs und dem Goldpreis

Der Grund für die entgegengesetzte Beziehung zwischen dem Dollarkurs und dem Goldpreis liegt darin, dass beide Dinge als globale Weltwährungen gesehen werden. Vor 1971 spielten beide noch in einem Goldstandard zusammen und standen daher nicht in Konkurrenz zu einander. Damals konnte ein US-Bürger in jeder Bank seine Dollars jederzeit in Gold umtauschen (für $35 per Feinunze Gold).

1971 trennte der amerikanische Präsident Nixon beide Währungen von einander und löste damit die Entwicklungen aus, die wir bis heute beobachten können. Daher war 1971 das entscheidende Ereignis in der Geschichte der Weltwirtschaft. Bis 1971 konnte jede Zentralbank der Welt von Amerika verlangen, seine Schulden in Gold zu begleichen; seit 1971 können sie nur noch US-Dollars verlangen.

Was war die Wirkung der Entkopplung des Goldes vom Dollar?

Zentralbanken auf der ganzen Welt begannen, immer mehr US-Dollars zu horten, da diese die Reservewährung der Welt darstellten. Auf diese Weise stieg der Wert des Dollars für die Besitzer natürlich automatisch an. Über mehrere Jahre hinweg entwickelte sich so ein reges Horten von Dollars durch die Zentralbanken auf der ganzen Welt.

Heute haben wir einen Zustand, wo es mehr Geld in den Zentralbanken der Welt gibt als in Amerika selbst. Letztendlich wird die Angst vor einem zusammenbrechenden Dollar durch die Unmassen an Dollarreserven dieser Zentralbanken noch zusätzlich verstärkt. Deswegen kommt die entgegengesetzte Entwicklung des Dollarkurses und des Goldpreises durch die Beliebtheit des Dollars als Reservewährung der Welt.

Im Moment hat es den Anschein, dass die Welt versucht, sich von der Abhängigkeit vom Dollar zu lösen, aber wenn die Zentralbanken einmal aufhören sollten, US-Schatzanleihen und Dollars für ihre Reservern zu kaufen, könnte das den Sturz des Dollarkurses herbeiführen.

Und sollte das wirklich passieren, dann könnte das zur größten Implosion der Weltwirtschaftsgeschichte führen, da immer mehr Zentralbanken, private Fonds und private Anleger versuchen werden, auf Teufel komm raus zu verkaufen, um so ihre Bestände zu sichern.

Gold als Schutz gegen den Dollar

Gold ist eine weltweit anerkannte Währung, die Bestand hat und zudem nur in begrenzten Mengen verfügbar ist. Dadurch bietet es den idealen Schutz gegen eine drohende Hyperinflation des Dollars. Daher ist es eigentlich viel richtiger zu sagen, dass wenn der Dollar schwach ist, Gold stark ist, während ein starker Goldkurs nicht automatisch auch einen schwachen Dollarkurs bedeuten muss.

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